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Das Trockene Auge
Anamnese, Diagnose und
Behandlung
By Jeffrey P. Gilbard, M.D., N. Andover, Mass.
Die vier Auslösefaktoren des Trockenen
Auges
Ursachen des Trockenen Auges
Zielgerichtete Behandlungsmethoden Die
Omega-3-Revolution
Literatur
Unser Wissen über
Funktionsstörungen im Zusammenhang mit einem Trockenen Auge hat sich in den
vergangenen Jahren enorm verbessert. Dadurch sind wir nun besser in der
Lage, bei Patienten, die von diesem schwierigen Krankheitsbild betroffen
sind, eine Diagnose zu stellen und eine entsprechende Behandlung
durchzuführen.
In diesem Artikel werden die
Anamnese, Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen im Zusammenhang
mit dem Trockenen Auge erörtert. Zunächst jedoch folgt eine Beschreibung der
Mechanismen, die diesem Krankheitsbild zugrunde liegen.
Klassifizierung von
Funktionsstörungen
Bei praktisch allen Funktionsstörungen, die
im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild des Trockenen Auges stehen, spielt
der Verlust von Wasser aus dem Tränenfilm eine wesentliche Rolle. Durch den
Wasserverlust erhöht sich die Osmolarität (Konzentration) des Tränenfilms,
sodaß sie den normalen Grenzwert von 311 mOsm/l übersteigt. Ursache dieses
Wasserverlusts und der Osmolaritätszunahme können alle Bedingungen sein, die
zu einer Verringerung der Tränenproduktion oder Erhöhung der
Tränenverdunstung führen (Bild 1).

Bild 1: Durch eine verminderte Tränensekretion
oder eine erhöhte Tränenfilmverdunstung kommt es zu einer Erhöhung der
Osmolarität des Tränenfilms. Diese führt zu den progressiven Veränderungen
der Augenoberfläche, welche man bei Patienten mit Trockenem Auge
beobachtet. Modifiziert aus: W. B. Saunders Company, Philadelphia, In
Albert DM, Jakobiec FA (eds): Principles and Practice of Ophthalmology,
(1994; SS. 257 – 76)
Eine erhöhte Osmolarität des Tränenfilms ist
das Bindeglied zwischen Veränderungen der Tränendrüsen bzw. der Augenlider
und einer Erkrankung der Augenoberfläche. In präklinischen Modellen zur
Untersuchung von Erkrankungen der Tränendrüsen und Funktionsstörungen der
Meibom-Drüsen hat man Folgendes festgestellt: Veränderungen der
Augenoberfläche, die im Zusammenhang mit dem Trockenen Auge auftreten,
hängen von einer Erhöhung der Tränenfilmosmolarität ab und erfolgen
proportional zur Osmolaritätserhöhung. Diese Ergebnisse werden durch
klinische Studien erhärtet.
Eine Verringerung der Tränendrüsensekretion kann von allen Befunden
herrühren, die zu einer Schädigung der Tränendrüsen oder deren
Ausführungsgänge führen. Die häufigste Ursache sind Autoimmunkrankheiten mit
Entzündung der Tränendrüsen. Vernarbungen der Augenoberfläche sind weniger
häufige Ursachen. Die Tränensekretion kann auch vermindert sein, wenn die
Hornhautempfindlichkeit durch Krankheiten herabgesetzt ist, beispielsweise
durch Diabetes und Herpes zoster, refraktive Hornhautchirurgie mit
Hornhautinzisionen oder Zerstörung von Hornhautnerven bei Ablation von
Gewebe sowie nach langem Tragen von Kontaktlinsen .
Eine erhöhte Tränenverdunstung kann folgende zwei Ursachen haben:
1. Eine anhaltende hintere Blepharitis, die zu Funktionsstörungen der
Meibom-Drüsen führt. Wenn die Meibom-Drüsen richtig funktionieren, erzeugen
sie eine ölige Schicht, die den Tränenfilm zur Luft hin abschließt und
dessen Verdunstung verlangsamt.
2. Die Tränenfilmverdunstung wird durch eine große Lidspaltenweite
verstärkt, die entweder angeboren ist, die Folge einer kosmetischen
Operation ist oder mit einer schilddrüsenbedingten Augenerkrankung verbunden
ist. Die Verdunstung des Tränenfilms erfolgt proportional zur Oberfläche der
Lidspalte. Eine erhöhte Tränenfilmverdunstung erklärt auch, warum Symptome
sich bei Klimaanlagen, trockener Hitze, geringer Luftfeuchtigkeit oder Wind
verschlechtern
.
Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Herabsetzung der
Hornhautempfindlichkeit und Funktion der Meibom-Drüsen, in deren Folge sich
die Tränensekretion gewöhnlich vermindert. Bei den meisten Patienten reichen
deren physiologische Reserven und eine leichte Ptosis (Herabhängen des
Oberlids) aus, um die Entwicklung von Symptomen und der Krankheit zu
verhindern
Auslösefaktoren für die
Entstehung des Trockenen Auges
Studien von Humankrankheiten haben zwar die
Veränderungen der Augenoberfläche aufgezeigt, die beim Trockenen Auge
auftreten, anhand von präklinischen Modellen zur Untersuchung von
Keratoconjunctivitis sicca (KSC) kann jedoch die natürliche Entwicklung
dieser Veränderungen aufgezeigt werden. Wir wissen nun, daß das Trockene
Auge durch eine Aufeinanderfolge von vier Auslösefaktoren entsteht:
 | Wasserverlust des Tränenfilms mit
Erhöhung der Osmolarität des Tränenfilms |
 | Abnahme der Dichte der Becherzellen in
der Bindehaut und Reduzierung des Glykogenvorrats in der Hornhaut |
 | Erhöhte Abschilferung des
Hornhautepithels |
 | Störung der Grenzfläche zwischen
Hornhaut und Tränenfilm |
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Bild 2: Das
Bindehautpräparat eines Patienten mit Keratoconjunctivitis sicca (oben
rechts) weist im Verhältnis zur normalen Bindehaut (oben links) eine
Abnahme der Becherzellendichte auf. Nachdem TheraTears zwölf Wochen lang
viermal täglich verabreicht worden war, zeigte sich eine signifikante
(P<0,01) Wiederherstellung von Becherzellen (links unten). In der
Kontrollgruppe führte die Behandlung mit konservierungsmittelhaltigen
Augentropfen zu einer Abnahme der Becherzellendichte (rechts unten).
Modifiziert aus: Ophthalmology (1992; 99: 600–4). |
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Auf die natürliche Entstehung des Trockenen Auges soll nun näher
eingegangen werden. Beim Trockenen Auge spiegelt sich eine verminderte
Tränenproduktion oder eine erhöhte Tränenverdunstung sehr schnell in einer
erhöhten Osmolarität des Tränenfilms und schon bald in einer Abnahme der
Becherzellendichte wider (Bild 2). Der Verlust von Becherzellen ist
signifikant, weil diese Zellen Schleim produzieren, der den Hauptanteil an
der Gleitfähigkeit des Tränenfilms hat, und am Schutzmechanismus des Auges
beteiligt sind. Becherzellen geben Schleim ab und unterstützen den
Einschluss von Fremdkörpern und deren Abtransport aus dem Auge.
Durch einen höheren osmotischen Gradienten zwischen dem Tränenfilm und
der Augenoberfläche und durch den Verlust von Becherzellen kommt es zu einem
Wasserentzug zwischen den Zellen des Bindehautepithels. Dadurch werden die
empfindlichen Verbindungen zwischen diesen Zellen durchbrochen und
Abschilferungen von Bindehautzellen verstärkt. In Verbindung mit dem Verlust
an Becherzellen erfolgt auch eine Reduzierung des in der Hornhaut
gespeicherten Glykogens. Der Glykogenverlust ist klinisch von Bedeutung,
weil Glykogen die Energiequelle für den Wundheilungsprozess der Cornea
darstellt.
Die Hornhaut bleibt jedoch von diesen Vorgängen
nicht ständig verschont. Die Hornhaut wird zwar zunächst von den
Veränderungen des Tränenfilms nicht beeinflusst, in einem sehr viel späteren
Stadium der natürlichen Entwicklung des Trockenen Auges lockern sich
letztendlich aber die Verbindungen zwischen den Hornhautzellen. Es werden
vermehrt Hornhautzellen abgestoßen, was die Abwehr- und Schutzfunktion der
Hornhaut beeinträchtigt. In einem noch späteren Entwicklungsstadium des
Trockenen Auges werden die Veränderungen der oberflächlichen Zellen des
Hornhautepithels so gravierend, daß es zu einem Verlust von
Oberflächenzellen der Hornhaut kommt. Es ist äußerst wichtig, zu wissen, wie
das Trockene Auge entsteht, damit man diagnostische Tests auswerten und
beurteilen und Fortschritte in der Behandlung einschätzen kann.
Für zusätzliche Informationen
benutzen Sie bitte den nachfolgenden Link "Die
vier Auslösefaktoren des Trockenen Auges"
Beginn
Ursachen des Trockenen Auges?
In den meisten Fällen kann die Diagnose
eines Trockenen Auges aufgrund der Patientenanamnese erfolgen. Zweck der
Untersuchung ist es, festzustellen, warum ein Patient Trockene Augen hat.
Patienten, die entweder aufgrund einer verminderten Tränenproduktion oder
einer erhöhten Tränenverdunstung am Trockenen Auge leiden, klagen am
häufigsten über ein chronisches Sandkorngefühl der Augen, das sich im Laufe
des Tages verschlimmert. Dafür gibt es folgende Erklärung: Während des
Schlafens wird der Tränenfilm durch das geschlossenen Auge abgedichtet,
sodaß keine Verdunstung erfolgt und sich die Augenoberfläche erholen
kann. Bei geöffneten Augen beginnt die Verdunstung der Tränen, wodurch sich
die Osmolarität des Tränenfilms im Laufe des Tages erhöht. Es kann nicht
oft genug betont werden, wie nützlich eine Patientenanamnese bei der
Diagnose des Trockenen Auges ist. Wenn bereits mehr als drei Monate Symptome
auftreten und der Beginn der Symptome allmählich erfolgt ist, leidet der
Patient bis zum Beweis des Gegenteils am so genannten Trockenen Auge. Man
muss bedenken, daß Patienten mit Meibomitis, die auch als hintere
Blepharitis bezeichnet wird, ebenfalls über ein chronisches Sandkorngefühl
der Augen klagen. Bei diesen Patienten ist dieses Symptom jedoch beim
Aufwachen am stärksten ausgeprägt. Dafür gibt es folgende Erklärung:
Während des Schlafes ist die Tränenproduktion herabgesetzt. Beim
geschlossenen Auge liegt das entzündete Augenlid am Auge auf, wo die ganze
Nacht Entzündungsmediatoren in die Hornhaut freigesetzt werden. Beim
Aufwachen verstärkt sich der Tränenfluss und das Augenlid liegt nicht mehr
ständig auf der Cornea auf, sodaß sich die Symptome im Laufe des Tages
verbessern. Schließlich führt die chronische Entzündung der Meibom-Drüsen zu
einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen, in deren Folge es zu einem
weiteren Symptomschub mit Trockenheitsgefühl am Auge am Ende des Tages
kommt. Schlussendlich bilden sich die Symptome am Morgen nach dem Aufwachen
zurück, wenn es durch die Entzündung der Meibom-Drüsen und die sekundäre
Wundheilung zu einem Verschluss der Ausgänge der Meibom-Drüsen kommt.
Patienten leiden nur mehr an den Symptomen des Trockenen Auges mit
Sandkorngefühl, das sich im Laufe des Tages verschlimmert. Augenirritation
hat viele andere Ursachen, die in Betracht gezogen werden müssen, wenn bei
Patienten mit chronischen Symptomen eine Diagnose gestellt wird. Der
empfindlichste und spezifischste Test zur Bestimmung des Trockenen Auges ist
die Messung der Osmolarität von Tränenproben (im Nanoliterbereich), die vom
unteren Lidrand entnommen wurden. Dieser Test wird in seiner Nützlichkeit
nur dadurch eingeschränkt, daß die Messungen sehr aufwendig durchzuführen
sind. Fortschritte in der Technik versprechen jedoch eine baldige Lösung
dieses Problems, sodaß dieser Test der erste Schritt in der Untersuchung
von Patienten mit chronischer Augenirritation sein wird, bei denen der
Befund des Trockenen Auges nicht auszuschließen ist.
Nun beginnt die Augenuntersuchung. Als erstes ist auf Teleangiektasien im
Gesicht zu achten, die auf Meibomitis oder eine Funktionsstörung der
Meibom-Drüsen in Verbindung mit Rosacea hinweisen. Da die
Tränenverdunstung proportional zur Augenoberfläche ist, sollte die
Lidspaltenweite gemessen werden. Wenn die Lidspaltenweite mehr als 10 mm
beträgt, bedeutet dies eine signifikant stärkere Verdunstung des
Tränenfilms. Mit der Spaltlampe werden die Öffnungen der Meibom-Drüsen
untersucht. Mit fortschreitender natürlicher Entwicklung von Meibomitis
beobachtet man eine Verengung und schließlich einen Verschluss der
Drüsenausgänge (Bild 3).

Bild 3:
Natürliche Entstehung einer Meibomitis: Eine
Entzündung der Meibom-Drüsen führt zur Verengung und Anschließend zum
Verschluss der Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen. Veröffentlichung mit
freundlicher Genehmigung von International Ophthalmology Clinics
(1994;34:27-36)
Anschließend wird der Tränenfilm des
Patienten mit Hilfe eines Fluoreszein imprägnierten Papierstreifens
untersucht, der in das untere Segment des Auges gehalten wird. Löst sich
der Wirkstoff nach Kontakt mit der Bindehaut nicht sofort, deutet dies auf
ein verringertes Tränenvolumen hin. Bei Patienten, bei denen die Menge der
produzierten Tränenflüssigkeit deutlicher verringert ist, beobachtet man
Partikel im Tränenfilm und möglicherweise dehydrierten Schleim, der sich
als Präzipitat im unteren Fornix findet. Der Tränenfilm von Patienten mit
einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen ist von wässriger Konsistenz. Die
Tränen „spritzen“ eher mehr, weil der von den Meibom-Drüsen produzierte Talg
nicht nur die Tränenverdunstung verringert, sondern auch die
Oberflächenspannung des Tränenfilms vermindert, die dafür sorgt, daß der
Tränenfilm „fest“ am Auge haftet.
Es wird allgemein irrtümlich angenommen, daß Patienten mit Trockenem Auge
an starkem Tränenfluss leiden. Tatsächlich geben Patienten mit
Trockenem Auge infolge einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen u. U. an,
daß sie „das Gefühl haben“, ihre Augen „tränen“. Dieses Gefühl erklärt sich
dadurch, daß die Tränen eher mehr „spritzen“ und die Einfettung der
Lidränder fehlt, die ein Austreten der Tränenflüssigkeit über die Lidränder
verhindert. Dies führt dazu, daß Tränenflüssigkeit im Bereich des
mukokutanen Übergangs mit dem kutanen Bereich in Berührung kommen kann und
so das Gefühl vermittelt wird, die Augen würden tränen. In diesem
Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß bei diesen Patienten kein
Tränenträufeln vorliegt. Patienten mit Tränenträufeln (Epiphora) haben bis
zum Beweis des Gegenteils eine Tränenwegstenose.
Für zusätzliche Informationen
sehen Sie bitte auch "Was
verursacht chronische Augenirritation?"
.
Beurteilungsmöglichkeiten
Es gibt zwei Methoden zur klinischen
Beurteilung der Bindehautveränderungen, die beim Trockenen Auge relativ
früh auftreten: Impressionszytologie und Anfärbung mit Bengalrosa. Die
Impressionszytologie, auf die in diesem Artikel nicht eingegangen wird,
erfordert ein kleines Labor und sehr viel Aufwand. Im Gegensatz dazu ist die
Anfärbung mit Bengalrosa eine klinisch gut geeignete Methode. Anstelle von
Bengalrosa kann zur Anfärbung der Augenoberfläche Lissamingrün verwendet
werden, das weniger unangenehme Nebenwirkungen zu haben scheint. Bengalrosa
oder Lissamingrün färbt die Bindehaut, nachdem sich die Osmolarität der
Tränen erhöht hat und der Verlust an Becherzellen ziemlich signifikant
geworden ist. Kürzlich erzielte Untersuchungsergebnisse legen den Schluss
nahe, daß es zu einer Anfärbung kommt, wenn Glykoproteine in
Oberflächenzellen dermaßen verändert wurden, daß die Fähigkeit der Zellen
zur Schleimspeicherung abnimmt.
Bei Anfärbung mit Bengalrosa ist das Anfärbungsmuster aufschlussreicher als
das Auftreten oder Fehlen einer Anfärbung oder sogar das Ausmaß der
Anfärbung. Beim Trockenen Auge ist die nasale Bindehaut stärker angefärbt
als die temporale Bindehaut. Die widerstandsfähige Cornea wird nicht so
stark wie die Bindehaut und erst im späteren Verlauf der Krankheit
angefärbt. Wahrscheinlich tritt eine Anfärbung der Hornhaut dann auf, wenn
Glykoproteine in den Oberflächenzellen der Cornea reduziert sind. Die
Reduzierung des Glykogenvorrats in der Hornhaut ist bekanntlich einer der
vier auslösenden Faktoren für die Entstehung des Trockenen Auges.
Wenn im präcornealen Tränenfilm (nach dem Einträufeln von Fluoreszein) rasch
willkürlich verteilte dunkle Flecken zu sehen sind, deutet dies auf eine
Instabilität des Tränenfilms hin. Diese diagnostische Methode nennt man
Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit (BUT). Bei 50% aller Patienten mit
Trockenem Auge ist der Tränenfilm jedoch stabil. Wir wissen mittlerweile,
daß dies darauf zurückzuführen ist, daß die Trockenstellen eine Folge und
nicht die Ursache des Trockenen Auges sind. Die Veränderungen des
Hornhautepithels – eine Abnahme der Glykoproteine in den Oberflächenzellen
der Cornea – treten erst spät im Laufe der natürlichen Entwicklung des
Trockenen Auges auf. Der BUT-Test ist zwar kein empfindlicher Test (er fällt
nicht äußerst positiv aus, wenn ein Trockenes Auge vorliegt), er ist
wahrscheinlich aber insofern ein hoch spezifischer Test, als er negativ
ausfällt, wenn kein Trockenes Auge vorliegt.
Beginn
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Wenn der Schirmer-Test unzureichend ist |
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Angesichts der Tasache, daß eine erhöhte Tränenverdunstung zum
Trockenen Auge führen kann, leuchtet es ein, daß der bei
kontrollierten Studien angewandte Schimer- Test nicht das beste
Diagnoseverfahren ist. Die Unzulänglichkeit des Schirmer-Tests
bezüglich Sensitivität, Spezialität und prädiktivem Wert besteht,
unabhängig davon, ob die Diagnose des Trockenen Auges nach
Symptomen, erhöhter Osmolarität des Tränenfilms oder Erkrankung der
Augenoberfläche erfolgt. Mit anderen Worten: Wie immer die Diagnose
des Trockenen Auges gestellt wird, ob aufgrund der Anamnese,
erhöhten Osmolarität des Tränenfilms oder Anfärbug mit Bengalrosa,
die Sensitivität, Spezifität und der prädiktive Wert des
Schirmer-Test sind mangelhaft.
Die
Ergebnisse des Schirmer-Tests werden durch Erkrankung der
Tränendrüse abgeschwächt, während die Testwerte durch
Funktionsstörungen der Meibom-Drüsen erhöht werden. Sind die
Lidränder zu wenig befettet, wird der Schirmer-Filterpapierstreifen
leichter befeuchtet. Am Kaninchenmodell zur Untersuchung des
Trockenen Auges in Verbindung mit einer Funktionsstörung der
Meibom.Drüsen, erhöhter Osmolarität des Tränenfilms, Abnahme
der Dichte der Becherzellen in der Bindehaut, Reduzierung der
Glykogenvorräte in den Hornhautzellen und der Anfärbung mit
Bengalrosa wurde tatsächlich festgestellt, daß mehr mm des
Filterpapierstreifens angefeuchtet waren als in der Kontrollgruppe. |
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Zielgerichtete Behandlungsmethoden
Früher konzentrierten sich
die Behandlungen des Trockenen Auges auf die Auslösefaktoren, die erst
spät im Krankheitsverlauf eine Rolle spielen. Zum Teil war dies darauf
zurückzuführen, daß man diese Auslösefaktoren leichter erkennen kann.
So ist beispielsweise das Auftreten von Trockenstellen im Tränenfilm
augenfälliger als eine erhöhte Osmolarität der Tränen oder ein Verlust
an Becherzellen in der Bindehaut. Mit zunehmend besserer Kenntnis über
das Krankheitsbild des Trockenen Auges hat man jedoch begonnen, sich
bei der Behandlung des Trockenen Auges auf jene Auslösefaktoren zu
konzentrieren, die bereits im früheren Krankheitsstadium auftreten.
Vor vielen Jahren wurden
künstlichen Tränen Demulzensien (Polymere) zugesetzt, um die
Gleitfähigkeit von Tränenlösungen zu verbessern und deren Viskosität zu
ändern. Im Jahr 1975 zeigte eine klassische Studie auf, daß künstliche
Tränen (die zu diesem Zeitpunkt alle Konservierungsmittel enthielten)
bei normalen Probanden vorübergehend die Stabilität des Tränenfilms
erhöhten. Diese Lösungen wirken unabhängig davon, ob sie eine hohe oder
geringe Viskosität aufweisen, indem sie die Wirkung der Glykoproteine
in den Oberflächenzellen der Hornhaut simulieren, die im späten Stadium
der Krankheit reduziert sind. Lösungen mit einer höheren Viskosität
haben eine längere Verweildauer im Auge. Wie sehr künstliche
Tränenlösungen mit Konservierungsstoffen Erleichterung bieten, hängt
von ihrer Fähigkeit ab, die Grenzfläche zwischen Hornhaut und Tränenfilm
stabilisieren zu können.
Der nächste Fortschritt in
der Behandlung des Trockenen Auges waren künstliche Tränenlösungen ohne
Konservierungsmittel, die vor ca. 15 Jahren auf den Markt kamen, kurz
nachdem Forscher erkannt hatten, daß Konservierungsstoffe die
Abschilferung von Hornhautzellen verstärken. Eine kürzlich durchgeführte
Studie ergab, daß traditionelle künstliche Tränenlösungen ohne
Konservierungsstoffe bei Patienten mit Trockenem Auge die
Schutzfunktion der Hornhaut zwar verbessern, jedoch nicht normalisieren.
Eine Verbesserung der Schutzfunktion der Cornea spiegelt sich darin
wider, daß weniger Epithelzellen der Hornhaut abschilfern und die
Verbindungen zwischen den Hornhautzellen wieder fester sind. Die
Behandlung mit einer künstlichen Tränenlösung, die Konservierungsmittel
enthielt, bewirkte zwar kurzfristig eine Erhöhung der
Tränenfilmstabilität, beeinträchtigte aber tatsächlich die
Schutzfunktion der Cornea. Künstliche Tränen ohne Konservierungsmittel
setzten einen neuen Maßstab in der Behandlung des Trockenen Auges, weil
sie das Problem der Abschilferung des Hornhautepithels durch künstliche
Tränen beseitigten. Sie boten jedoch immer noch keine Lösung für die
Abschilferung von Hornhautzellen, die durch das Trockene Auge selbst
und nicht durch die Behandlung mit künstlichen Tränen verursacht wurde.
Seit der Einführung von
künstlichen Tränen ohne Konservierungsmittel versuchen Forscher, die
Auswirkung dieser Lösungen auf die Schutzfunktion der Hornhaut zu
verbessern, indem die Lösungen mit verschiedenen Ionen ergänzt werden.
Das elektrolytische Gleichgewicht dieser Lösungen ohne
Konservierungsmittel war das beste, das Forscher entwickeln konnten.
Allerdings konzentrierten sich die Forscher nur auf Probleme im
Zusammenhang mit der Hornhautmorphologie.
Aufgrund unserer derzeitigen Kenntnisse über die natürliche Entstehung
des Trockenen Auges ergibt sich, daß die Dichte der Becherzellen in der
Bindehaut und der Glykogenvorrat in den Hornhautzellen viel
empfindlichere Indikatoren für die Intaktheit der Augenoberfläche sind
als Veränderungen der Hornhautmorphologie. Angesichts unserer
derzeitigen Kenntnisse über die Mechanismen und die natürliche
Entstehung des Trockenen Auges würde man erwarten, daß der nächste
Fortschritt darin besteht, daß sich die Behandlung des Trockenen Auges
auf folgende Probleme konzentriert: verringerte Dichte der Becherzellen
in der Bindehaut, reduzierte Glykogenvorräte in der Hornhaut und
erhöhte Osmolarität des Tränenfilms. Präklinische Studien haben ergeben,
daß TheraTears das erste Tränenersatzmittel ist, das bei täglicher
Dosierung über 12 Wochen die Dichte der Becherzellen in der Bindehaut
wiederherstellt und die Glykogenvorräte in der Hornhaut wieder aufbaut
(Bild 2). TheraTears wurde im Rahmen eines zielgerichteten
Forschungsprogramms entwickelt, das vom renommierten amerikanischen
National Eye Institute gesponsert wurde.
Aufgrund der Tatsache, daß
es bei der Behandlung des Trockenen Auges sehr wichtig ist, die erhöhte
Osmolarität des Tränenfilms herabzusetzen, wurden zunächst Studien
durchgeführt, um folgende Frage beantworten zu können: Welche
Hypotonizität müssen Tränenersatzmittel aufweisen, um die erhöhte
Osmolarität des Tränenfilms verringern zu können? Diese Untersuchungen
ergaben, daß weder die isotonischen noch hyptonischen Tränenlösungen,
die zum Zeitpunkt der Studie auf dem Markt waren, die Osmolarität des
Tränenfilms wirkungsvoll reduzierten. Die Hypotonizität der künstlichen
Tränen musste höher sein, als dies bei den erhältlichen Lösungen der
Fall war. Basierend auf diesen Ergebnissen, wurde die Tonizität von
TheraTears so konzipiert, daß die Tränenfilmosmolarität von ca. 330
mOsm/L vor Applikation der künstlichen Tränen auf eine Konzentration
von ca. 280 mOsm/L nach dem Einträufeln reduziert wird. Aufgrund dieser
Wirkung kommt es durch TheraTears zu einer Umkehr des Osmosegradienten
zwischen Tränenfilm und Augenoberfläche, in deren Folge die Flüssigkeit
zur Augenoberfläche hin transportiert wird, sodaß die dehydrierten
Gewebebereiche wieder hydriert werden. Infolge dieses
Flüssigkeitstransports führt eine kontinuierliche Behandlung zu einer
Rehydratation des Tränenfilms, die sich in einer progressiven,
signifikanten und anhaltenden Reduzierung der erhöhten Osmolarität des
Tränenfilms widerspiegelt.
Die zweite Eigenschaft von
TheraTears resultiert daraus, daß wir mittlerweile mehr darüber
wissen, warum das Auge einen Tränenfilm benötigt. Die lebenden Zellen,
welche die Oberfläche des Auges bilden, haben keine Blutversorgung.
Statt dessen sind sie darauf angewiesen, vom Tränenfilm mit zwei
lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt zu werden: mit Sauerstoff und
Elektrolyten. Sauerstoff wird vom Tränenfilm direkt aus der Luft
absorbiert; die Elektrolyte gelangen durch aktive Sekretion der
Tränendrüsen in den Tränenfilm. Wir haben in klinischen Studien die
Elektrolytzusammensetzung des normalen Tränenfilms untersucht und in
präklinischen Studien nachgewiesen, daß dieses
Elektrolytgleichgewicht ein entscheidender Faktor bei der
Aufrechterhaltung der Dichte der Becherzellen in der Bindehaut ist. Wenn
beispielsweise die Natriumkonzentration zu hoch oder der
Bikarbonatspiegel zu niedrig war, dann gingen schleimhaltige
Becherzellen verloren. Es zeigte sich, daß Becherzellen die
Augenoberfläche nicht nur gleitfähig machen, sondern auch schützen. Sie
reagieren auf Schmerzen, Temperaturveränderungen und Veränderungen des
natürlichen Elektrolytgleichgewichts des Tränenfilms. Mithilfe von
Schleim, der von den Becherzellen abgegeben wird, werden Fremdkörper
eingeschlossen und von der Augenoberfläche entfernt. TheraTears erzeugt
ein Elektrolytgleichgewicht, das von der Augenoberfläche und den
Becherzellen nicht vom natürlichen Elektrolytgleichgewicht des
Tränenfilms unterschieden werden kann.
Die Ergebnisse einer
präklinischen Studie wurden durch eine kürzlich durchgeführte Studie
bestätigt, die Folgendes ergab: Beim Syndrom des Trockenen Auges, das
häufig nach einer LASIK-Operation auftritt, trägt TheraTears zur
Wiederherstellung von Becherzellen bei. Bei dieser Studie erhielt eine
Gruppe von Probanden mindestens viermal am Tag TheraTears und am Abend
einen Tropfen Celluvisc® Augentropfen (1% Carboxymethylzellulose)
verabreicht. Die Probanden in der Kontrollgruppe erhielten eine
ausgeglichene Salzlösung (BSS) ohne Konservierungsmittel. Eine Woche
bzw. ein Monat nach der Operation waren 87,5% bzw. 100% der Probanden,
die ThearTears erhielten und Symptome des Trockenen Auges hatten,
symptomfrei. Zudem wurde ein Monat nach der Behandlung mit TheraTears
die Dichte der Becherzellen in der Bindehaut mittels
Impressionszytologie ermittelt. Die Messungen ergaben, daß die Dichte
der Becherzellen signifikant wiederhergestellt war, was bei der
Kontrollgruppe nicht der Fall war. Zwei Folgestudien zeigten auf, daß
Patienten, die ca. eine Woche vor der LASIK-Operation mit der
TheraTears-Behandlung begannen, schneller wieder besser sahen und sich
wohler fühlten als Patienten, die keine TheraTears-Behandlung machten.
TheraTears ist nun als 1% Carboxymethylzellulose-Flüssiggel erhältlich
Verschluss
der Tränenpünktchen
Ein Verschluss der
Tränenpünktchen trägt ebenfalls dazu bei, eine erhöhte Osmolarität des
Tränenfilms, die Anfärbung der Hornhaut mit Bengalrosa und die Symptome
des Trockenen Auges zu reduzieren. Kontrollierte Studien deuten jedoch
darauf hin, daß ein Verschluss der Tränenpünktchen keine Erhöhung der
Becherzellendichte bewirkt. Wie lässt sich das erklären? In unseren
Studien mit Patienten, die an Keratoconjuncitivitis sicca mit
Erkrankung der Tränendrüsen leiden, stellten wir eine erhöhte
Osmolarität des Tränenfilms und eine erhöhte Konzentration aller
gemessenen Elektrolyte fest. Bei diesen Patienten lag jedoch eine
signifikant überproportionale Erhöhung der Natriumkonzentration in den
Tränen vor, die zu einer Abnahme der Dichte der Becherzellen in der
Bindehaut führt. Folglich kann durch einen Verschluss der
Tränenpünktchen dem Tränenfilm Wasser zugeführt werden, jedoch keine
überproportionale Erhöhung der Natriumkonzentration ausgeglichen
werden, die bei Patienten mit Keratoconjuncitivitis sicca beobachtet
wird und zu einer Abnahme der Becherzellendichte führt.
Beginn
Die
Omega-3-Revolution
Bisher ist das Problem des Trockenen Auges
nur vom Standpunkt der topischen Behandlung des Auges angegangen worden.
Eine wirksame Behandlung besteht darin, die Osmolarität des Tränenfilms
herabzusetzen und eine Tränenlösung mit einem Elektrolytgleichgewicht zu
applizieren, das auf das natürliche Elektrolytgleichgewicht des
Tränenfilms abgestimmt ist. Nun erleben wir mit TheraTears Nutrition
einen neuen Ansatz in der Behandlung des Trockenen Auges: Dieses
Präparat ist ein Omega-3-Fettsäure haltiges Nahrungsergänzungsmittel,
das eine Mischung aus Leinsamenöl, Fischöl und Vitamin E enthält.
TheraTears Nutrition wird in der Behandlung des Trockenen Auges und, wie
sich zeigen wird, auch in der Behandlung von Meibomitis, eine
Schlüsselrolle spielen, weil dieses Präparat gegen die Ursachen wirkt,
die zu einer Erhöhung der Osmolarität des Tränenfilms führen.

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Bild 4:
Nordamerika zählt zu den Ländern, in denen die Bevölkerung
am wenigsten Omega3-Fettsäuren zu sich nimmt. |
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Neue Forschungsergebnisse, die
zum ersten Mal beim Jahrestreffen der Association for Research in Vision
and Ophthalmology im Jahr 2003 präsentiert wurden, zeigen Folgendes auf:
Das Risiko, am Trockenem Auge zu erkranken, verringert sich durch eine
hohe Aufnahme von essentiellen Omega-3 Fettsäuren. Mithilfe der Women’s
Health Datenbank an der Harvard School of Public Health untersuchten die
Forscher die Aufnahme von essentiellen Fettsäuren bei 32 470 Frauen, die
im Gesundheitswesen tätig sind. Man stellte fest, dass die
Wahrscheinlichkeit, Symptome des Trockenen Auges zu entwickeln, sinkt,
je mehr das Verhältnis von essentiellen Omega-3-Fettsäuren zu
Omega6-Fettsäuren zugunsten der Omega-3-Fettsäuren ausfällt. Je höher
die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren, desto geringer die
Wahrscheinlichkeit, ein Trockenes Auge zu entwickeln. Umgekehrt stellte
man fest, dass sich die Wahrscheinlichkeit, ein Trockenes Auge zu
entwickeln, erhöht, wenn sich das Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren zu
Omega-6-Fettsäuren zugunsten der Omega6-Fettsäuren verschiebt.
Omega-3-Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren, die der Körper nicht
selbst herstellen kann. Man bezeichnet sie deshalb als essentiell, weil
sie für die Erhaltung der Gesundheit lebensnotwendig sind. Die zwei
besten Nahrungsquellen für Omega-3-Fettsäuren sind dunkle, fette
Kaltwasserfische und Leinsamen. Omega-3-Fettsäuren haben bekanntlich
eine Vielzahl an gesundheitsför dernden Eigenschaften, dennoch weisen
die Amerikaner als Bevölkerung ein Defizit an Omega-3-Fettsäuren auf.
Weltweit gesehen, zählen die USA zu den Ländern, in denen die
Bevölkerung am wenigsten Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt (Bild 4).
Eine weitere Gruppe von essentiellen
Fettsäuren sind die Omega-6-Fettsäuren, von denen in der amerikanischen
Bevölkerung zuviel in Form von Rindfleisch, Milchprodukten, Backfett aus
Pflanzenölen und Kochfett konsumiert wird (z.B. Hamburger, Cheeseburger,
Pizza, Eis, Chips etc.). Als günstiges Verhältnis zwischen Omega-3- und
Omega6-Fettsäuren wird ein Quotient von 1:2,3 empfohlen. In den USA wird
dieser Quotient bedauerlicherweise jedoch auf 1:10 geschätzt.
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend
Omega-3-Fettsäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden, werden von
Enzymen umgebaut, um entzündungshemmendes Prostaglandin E3 (PGE3) und
Leukotrien B5 (LTB5) zu produzieren (Bild 5)Was noch wichtiger ist,
Eikosapentaensäure (EPA), eine langkettige Omega-3-Fettsäure, die durch
den Verzehr von Fischölen aufgenommen wird, blockiert die Genexpression
folgender proinflammatorischer Zytokine: Tumor-Nekrosefaktor Alpha (TNF-a),
Interleukin-1a (IL-1a), Interleukin-1b (IL-1b), Proteoglykan abbbauende
Enzyme (Aggrekanase) und Zyklooxygenase (COX-2) (Bild 6).

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Bild 5: TheraTears
ist eine Kombination aus Leinsamen und Fischöl, durch die
entzündungshemmendes Prostaglandin E 3 (PGE3) und Leukotrien B5
(LTB5) produziert und Blepharitis unterdrückt wird, während die
Produktion von PGE1 erhöht wird, um die Tränenproduktion
anzuregen. Andere Auswirkungen dieses Präparats sind im Text
nachzulesen. |
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Diese
entzündungshemmenden Wirkungen erklären weitgehend, warum sich
Omega3-Fettsäuren bei der Behandlung von Patienten mit hinterer
Blepharitis oder Meibomitis als nützlich erwiesen haben. Die Ergebnisse
sind so positiv, dass ich bei der Behandlung von Augenirritation, die
bei meinen Patienten mit Meibomitis am Morgen beim Aufwachen auftritt,
systemische Tetrazykline durch Omega-3-Fettsäuren ersetze.

|
Bild 6: Durch die
in TheraTears Nutrition enthaltene Fettsäure EPA, die aus
Fischölen von pharmazeutischer Güte gewonnen wird, wird die
Genexpression von TNF-a und anderen proinflammatorischen
Zytokinen blockiert. |
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Omega-3-Fettsäuren verringern Apoptose
Die
Suppression des Tumor-Nekrose-Faktors alpha (TNF-a) spielt ebenfalls
eine wichtige Rolle, weil beim Sjögren-Syndrom und beim Trockenem Auge
infolge einer Tränendrüsenerkrankung ein erhöhter TNF-a-Spiegel in den
Tränendrüsen die Apoptose (=programmierter Zelltod) erhöht. Eine erhöhte
Apoptose trägt zu einer verminderten Tränenproduktion und einer erhöhten
Osmolarität des Tränenfilms bei, die beim Trockenen Auge Erkrankungen
der Augenoberfläche induziert. Darüber hinaus induziert TNF-a beim
Trockenen Auge die Apoptose an der Augenoberfläche. Luo und Mitarbeiter
haben in Tiermodellen nachgewiesen, dass eine Erhöhung der Osmolarität
des Tränenfilms zu einer Zunahme der Expression von TNF-a und der
assoziierten Zellregulatoren führt, welche die Apoptose an der
Augenoberfläche erhöhen. In jüngster Zeit ist das Interesse an
Entzündungen der Augenoberfläche beim Trockenen Auge sehr groß. Diese
wichtige Studie zeigt, dass die erhöhte Osmolarität des Tränenfilms beim
Trockenen Auge eine Zunahme der Expression von proinflammatorischen
Zytokinen induziert. Ebenso ruft eine erhöhte Osmolarität des
Tränenfilms nachweislich alle jene morphologischen Veränderungen hervor,
die bei Patienten mit Trockenem Auge beschrieben werden. Restasis, ein
sehr teueres Präparat, das topisch verabreicht wird, weil es systemisch
so toxisch wirkt, hemmt durch Monozyte ebenfalls die TNF-a-Produktion.
Wenn es topisch appliziert wird, erzielt man mit dem Präparat gute
Konzentrationen in der Augenoberfläche. Man nimmt jedoch an, dass
Restasis beim Menschen nicht in die große Tränendrüse gelangt.
TheraTears Nutrition, das oral verabreicht wird, gelangt über die
Blutversorgung in die Tränendrüse und, worauf später noch eingegangen
wird, über das Sekret der Meibom-Drüsen in die Augenoberfläche. Sowohl
Restasis als auch TheraTears scheinen proinflammatorische Zytokine zu
hemmen, unterscheiden sich jedoch in ihrer Fähigkeit, in das relevante
Zielgewebe zu gelangen.
Während EPA die Genexpression von TFN-a reduziert, schützt DHA, eine
weitere langkettige Omega-3-Fettsäure, die direkt durch Fischöle
aufgenommen wird, Zellen vor einer TFN-a-induzierten Apoptose. Yano und
Mitarbeiter haben aufgezeigt, dass Vitamin E synergetisch mit DHA
zusammenwirkt, um Zellen vor TFN-a-induzierter Apoptose zu schützen.
Folglich wirken EPA und DAH zusammen, um die Tränendrüse und die
Augenoberfläche vor Apoptose zu schützen.
Omega-3-Fettsäuren stimulieren die
Tränensekretion
Die suppressive Wirkung
von Omega-3-Fettsäuren auf proinflammatorische Zytokine ist noch
weitreichender. Wir wissen, dass die proinflammatorischen Zytokine TNF-a,
IL-1a und IL-1b bei Patienten mit einem Trockenen Auge, das durch eine
Erkrankung der Tränendrüse induziert ist, die Tränensekretion hemmen.
Durch diese Zytokine wird nämlich die Ausschüttung von Neurotransmittern
von den Nervensynapsen unterbunden und die Sekretionssreaktion von
Azinuszellen der Tränendrüse auf Sekretionsstimulation gestört. Dies ist
wahrscheinlich der Hauptmechanismus, durch den die Tränensekretion beim
Trockenen Auge vermindert wird. Die weitreichende Bedeutung dieses
Mechanismus ist in Untersuchungen aufgezeigt worden, die vor kurzem
durchgeführt wurden. Diese Untersuchungen ergaben, dass autoimmune
Erkrankungen der Tränendrüsen reversiert werden können und die
Tränensekretion wiederhergestellt werden kann, wenn im Tiermodell die
Genexpression von TNF-a durch Gentherapie blockiert wird. Die Bedeutung
dieses Tiermodells wird durch die o. a. epidemiologischen Daten
untermauert sowie durch eine weitere Studie, die Folgendes ergab:
Patienten mit Sjögren-Syndrom nahmen weniger Omega3-Fettsäuren
einschließlich EPA und DHA mit der Nahrung zu sich als Probanden in der
Kontrollgruppe, die altersmäßig vergleichbar waren.
EPA spielt bei der Blockierung der Genexpression von
proinflammatorischen Zytokinen zwar die zentrale Rolle, DHA kann aber
die Wirkung von EPA ergänzen. Nervensynapsen enthalten eine der höchsten
DHAKonzentrationen im Körper. Forscher haben nachgewiesen, dass eine
Nahrungsergänzung mit DHA den DHA-Spiegel in den Nerven wiederherstellt
und eine altersbedingte Abnahme der Synapsenfunktion verbessert. DHA
reduziert möglicherweise die Fähigkeit proinflammatorischer Zytokine in
der Tränendrüse, Signaltransduktion an Synapsen zu hemmen. Diese
Hypothese wird durch folgendes Untersuchungsergebnis glaubhaft gemacht:
Bei Patienten mit Sjögren-Syndrom ist der Schweregrad des Trockenen
Auges umgekehrt proportional zur Membran- und Serumkonzentration von DHA.
Omega-3-Fettsäuren wirken noch auf eine andere Weise auf die Tränendrüse.
EPA und DHA und Alphalinolensäure (ALA) aus Leinsamenöl hemmen
kompetitiv die Umwandlung von Omega-6-Fettsäuren in Arachidonsäure (AA)
und fördern so die Umwandlung von DGLA (Dihomo-Gamma-Linolensäure) in
Prostaglandin E1 (PGE1) (Abbildung 5). PGE1 hat ebenfalls
entzündungshemmende Eigenschaften und wirkt zudem auf die E-Prostanoid-Rezeptoren
EP2 und EP4, um Adenylatzyklase zu aktivieren, wodurch die Konzentration
von zyklischem Adenosinmonophosphat (cAMP) erhöht wird. PGE1 und cAMP
stimulieren nachweislich die wässrige Tränensekretion.
Omega-3-Fettsäuren und das
Sekret der Meibom-Drüsen
Die Meibom-Drüsen verwenden zur Produktion
ihres öligen Sekrets essentielle Fettsäuren. Vor kurzem wurde aufgezeigt,
dass die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren im Allgemeinen und von EPA und
DHA im Speziellen das Profil der polaren Lipide des Sekrets der
Meibom-Drüsen beeinflusst, was mittels
Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC) beobachtet wurde.
Boerener hat sogar beobachtet, dass bei Nahrungsergänzung mit
Omega-3-Fettsäuren ein Sekretstau der Meibom-Drüsen gelöst wurde und
eine Sekretverdünnung erfolgte. Es sind noch weitere Untersuchungen
erforderlich, um zu bestimmen, ob diese Auswirkungen ausreichen, um die
ölige Schicht des Tränenfilms zu verbessern und die Tränenverdunstung zu
verhindern.
Systematischer
Behandlungsplan
Aufgrund der o. a.
Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse können wir Patienten mit einer
chronischen Augenirritation systematischer und wirksamer behandeln. Es
empfiehlt sich folgende Vorgangsweise:
1. Bei der Erstvisite stellt man fest, ob bei einem Patienten ein
Trockenes Auge, Meibomitis oder eine andere Ursache für chronische
Augenirritation vorliegt. (see "Was
verursacht chronische Augenirritation?").
2. Patienten, die am Trockenen Auge leiden, werden TheraTears-Augentropfen
ohne Konservierungsmittel viermal täglich und vier Gelkapseln TheraTears
Nutrition zur oralen Einnahme am Morgen verordnet. Patienten mit
Sjögren-Syndrom wird die doppelte Dosis an TheraTears Nutrition-Kapseln
verordnet (2x 4 Kapseln täglich). Wenn TheraTears-Augentropfen ohne
Konservierungsmittel verordnet werden, sind Patienten dahingehend zu
instruieren, dass sie eine „Sättigungsdosis“ verwenden sollen, d. h. den
gesamten Inhalt einer Phiole innerhalb von fünf Minuten in beide Augen
einträufeln sollen. Die Probanden, die an den veröffentlichten Studien
teilnahmen, verwendeten zwar keine Sättigungsdosis, diese Methode trägt
jedoch dazu bei, dass die Rehydratation des Tränenfilms und damit der
Augenoberfläche beschleunigt wird. Im Gegensatz zur Tropfenapplikation
kann der Transport von Wasser in die dehydrierte Augenoberfläche bei-
Sättigungsdosierung in Phiolen maximiert werden.
3. Bei Patienten mit Trockenem Auge wird vier bis acht Wochen nach der
Erstvisite ein weiterer Termin fixiert, an dem jeder Patient einer der
folgenden zwei Gruppen zugeordnet wird: Verbesserung der Symptome und
zufriedener Patient bzw.
Verbesserung der Symptome, aber immer noch unzufriedener Patient. (Wenn
bei einem Patienten keine Verbesserung der Symptome eintritt, ist die
Diagnose zu überdenken.) Patienten, die verbesserte Symptome aufweisen
und zufrieden sind, sollten die Behandlung mit TheraTears Augentropfen
und TheraTears Nutrition fortsetzen und in zwei bis drei Monaten zur
Kontrolle kommen. Bei kontinuierlicher Behandlung sollte das
Sandkorngefühl am Auge verschwinden, das Patienten am Ende des Tages
registrieren. Wenn ein Patient seine „Komfortzone“ erreicht hat, dann
ist er von der Sättigungsdosis in Phiolen auf eine Erhaltungstherapie
umzustellen, bei der ein oder zwei Tropfen von TheraTears in der
Augentropfflasche verabreicht werden. TheraTears in der Flasche enthält
das Perborat- Konservierungssystem, das durch die Aktivität von Enzymen
an der Augenoberfläche in Sauerstoff und Wasser umgewandelt wird. Bei
Patienten, die verbesserte Symptome haben, aber immer noch nicht
zufrieden sind oder täglich mehr als vier Dosen von TheraTears
Augentropfen benötigen, ist ein Verschluss des unteren Tränenpünktchens
mit Stöpseln aus Silikon erforderlich.
Im Allgemeinen, ist mit
diesen Patienten 1 bis 3 Monate nach dem Verschluss des Tränenpünktchens
ein Kontrolltermin festzulegen, an dem darüber entschieden wird, ob auch
ein Verschluss des oberen Tränenpünktchens mit Stöpseln aus Silikon
erfolgen soll.
4. Patienten mit Meibomitis werden zu Beginn der Behandlung 4
Gelkapseln von TheraTears Nutrition zur oralen Einnahme am Morgen oder
eine tägliche Dosis von 50 mg Doxyzyklin verordnet. Bei einer
Behandlung mit Doxyzyklin wird auch eine Behandlung mit TheraTears
Nutrition begonnen, um eine langsame Dosisreduktion des Antibiotikums zu
er möglichen. Fettleibige Patienten müssen die Behandlung mit einer
täglichen Dosis von 100 mg beginnen, weil Doxyzyklin ein fettlösliches
Präparat ist. Zudem sollten Patienten dazu angehalten werden, warme
Augenkompressen zu machen und zweimal täglich eine Lidmassage
durchzuführen. Für die Lidmassage werden Patienten instruiert, die Augen
zu schließen und mit einem warmen Waschlappen ca. 5 Sekunden die Augenlider sanft zu massieren, wobei der Massage des unteren Lids
besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Durch die Wärme erhöht
sich die Blutzufuhr zu den Augenlidern, wodurch sich die Entzündung
verringert. Durch die Massage löst sich der Sekretstau in den
Meibom-Drüsen. Man vermutet, dass dieser Sekretstau in den Meibom-Drüsen
die Entzündungsreaktion stimuliert.
Patienten mit Meibomitis
sollten 3 Monate nach dem Behandlungsbeginn wieder zur Kontrolle kommen.
Bis zu diesem Zeitpunkt werden diese Patienten eine Reduzierung der
Symptome am Morgen registrieren. Die Behandlung mit TheraTears Nutrition
sollte fortgesetzt werden, um Rückfällen vorzubeugen. Eine Fortsetzung
dieser Behandlung bietet auch noch andere allgemeine gesundheitliche
Vorteile: Senkung des Cholesterinspiegels, Reduzierung des Risikos eines
plötzlichen Herztods oder Schlaganfalls und Suppression rheumatöser
Arthritis. Aufgrund von möglichen Nebenwirkungen sollte die Dosis von
Doxyzyklin langsam reduziert werden. Sobald die Symptome am Morgen
abgeklungen sind, sind Patienten auf eine Behandlung mit TheraTears
Nutrition umzustellen. Oder man reduziert die Doxyzyklin-Dosis auf die
Hälfte und verringert die Dosis dann alle drei Monate, bis das Präparat
abgesetzt werden kann oder, was häufiger der Fall ist, bis Patienten auf
die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis gesetzt werden können. Bei
Patienten, die im Freien arbeiten oder häufig der Sonne ausgesetzt sind,
empfiehlt sich eventuell eine Behandlung mit Minozyklin statt Doxyzyklin
(50 mg Doxyzyklin entsprechen 100 mg Minozyklin).
Man muss beachten, dass die
Reinigung der Lider oder Lidhygiene Patienten vorbehalten ist, die an
vorderer Blepharitis oder Hautschuppung an der Wimpernbasis leiden.
Diese Patienten sollten ein Antischuppenshampoo verwenden und mit dem
Haarwaschschaum die Wimpern bei geschlossenen Augen reinigen.
Beste Behandlungsform durch Differenzierung
Aus Obengesagtem ist Folgendes ersichtlich: Wenn man weiß,
wie das Trockene Auge entsteht, dann ist man besser in der Lage, die
Krankheit zu diagnostizieren und die Ergebnisse von Untersuchungen und
Tests zu verstehen. Man kann die verschiedenen Behandlungsmethoden, die
zur Verfügung stehen, besser differenzieren und Patienten die
bestmögliche Behandlung zukommen lassen.
.
Beginn
|
Die vier Auslösefaktoren des
Trockenen Auges
|
|
Bedingt durch die natürliche
Entwicklung des Trockenen Auges, sind empfindliche diagnostische
Tests und wirksame Behandlungsmethoden notwending. Die
wirksamste Behandlung konyentriert sich nun auf alle vier
Auslösefaktoren des Trockenen Auges. |
|
Auslösefaktor |
Diagnostischer
Test |
Augentropfen |
|
1
erhöhte Osmolarität des
Tränenfilms |
Patientenanamnese Osmolarität des
Tränenfilms |
Ausreichende- optimale Hypotonie (TheraTears
ohne Konservierungsmittel, TheraTears in der Flasche) |
|
2
Abnahme der Becherzellendichte |
Anfärbung der Bidehaut Impressionszytologie |
Elektrolytengleichgewicht abgestimmt auf das
Elektrolytengleichgewicht der Tränen
(TheraTears ohne Konservierungsmittel, TheraTears in der Flasche) |
|
3
erhöhte Abschilferung von
Hornhautzellen |
Anförbung der Hornhaut |
Augentropfen ohne Konservierungsmittel in
unterschiedlicher Viskosität (Refresh Plus, Bion Tears, Ceulluvisc, Gen
Teal, Gen Teal Gel) |
|
4
Abnahme der Glykogenvorräte in den Oberflächenzellen der Hornhaut |
BUT des Tränenfilms |
Augentropfen mit Konservierungsmitteln in
unterschdlicher Viskosität (Refresh Tears, Tears Naturale II) |
|
Was verursacht chronische Augenirritation?
|
|
Neben dem Trockenen Auge und
Meibomitis kommen noch andere mögliche Ursachen für eine
chronische Augenirritation in Betracht. Es folgt eine
Zusammenfassung dieser möglichen Ursachen mit Symptomen
Vordere Blepharitis
Patienten weisen Krustenbildung und Irritation am Wimpernboden mit
gleichbleibenden Symptomen während des Tages auf. Der Beginn der
Krankheit ist schleichend..
Keratopathia medicamentosa
Patienten klagen über Augenbrennen und – irritation bei
gleichbleibenden Symptomen während des Tages, weil eine zu häufige
Anwendung von topischen Präparaten die Schädigung verstärkt.
Verdacht auf dieses Krankheitsbild besteht bei allen Patienten, die
täglich häufiger als viermal künstliche Tränen applizieren. Im
Allgemeinen zeigt die Anamnese dieser Patienten, dass künstliche
Tränen in zunehmendem Maße verwendet werden.
Verlegung der abführenden Tränenwege
Patienten weisen oft Symptome von tränenden Augen auf, wobei bei
diesen Patienten tatsächlich und nachweislich ein Tränenträufeln (Epiphora)
vorliegt, während Patienten mit einer Funktionsstörung der
Meibom-Drüsen u. U. nur das Gefühl haben, ihre Augen tränen.
Allergische Konjunktivitis
Das Primärsymptom ist Augenjucken. Man kann auch eine erhöhte
Schleimproduktion beobachten. Der Beginn dieser Erkrankung wird
gewöhnlich saisonal durch Pollen ausgelöst; allergische
Konjunktivitis kann mit Heuschnupfen, Asthma und Ekzemen verbunden
sein
Lagophthalmus während des Schlafes
Patienten verspüren beim Aufwachen u. U. ein Brennen der Augen.
Es wird häufig eine Anamnese einer Lidoperation oder Augenerkrankung
erhoben, die im Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen steht
• Keratokonjunktivitis des oberen
Limbus
Patienten leiden u. a. an Augenbrennen und –irritation bei
gleichbleibenden Symptomen während des Tages. Diese Krankheit ist
durch einen abrupten Beginn und ein plötzliches Nachlassen der
Symptome charakterisiert und wird häufig bei
Schilddrüsenfunktionsstörungen beobachtet.
• Keratitis punctata superficialis (Morbus
Thygenson)
Diese Krankheit ist durch den schleichenden Beginn von
Photophobie, Augenirritation und Sehverminderung gekennzeichnet. Sie
tritt episodisch und rezidivierend auf. Trockene Lidhaut Patienten
klagen über „trockene Augen“. Diese Ursache für Augenirritation
untermauert, wie wichtig es ist, die Lage der Symptome exakt zu
bestimmen. Trockene
Augenlidoberflaeche
Patienten klagen über "Trockene Augen." Dieses Krankheitsbild
unterstreicht die Wichtigkeit einer genauen Lokalisierung der Symptome.
Fremdkörper am Tarsus
Patienten registrieren ein chronisches Fremdkörpergefühl im Auge.
Dieses Gefühl resultiert aus exogenem Material oder Ablagerungen auf
der Bindehaut, die aus den Meibom-Drüsen stammen
Mucus-fishing“-Syndrom
Zu den Symptomen dieser Erkrankung zählen u. a. chronische
Augenirritation und erhöhte Schleimproduktion. Ausgelöst wird die
Krankheit, wenn Patienten Schleimfäden aus dem Bindehautsack
entfernen, die aufgrund eines Bindehauttraumas produziert werden. In
der Folge kann ein Teufelskreis einsetzen.
Blepharospasmus
Patienten klagen u. U. über „müde“ Augen. Eine eingehende Befragung
der Patienten ergibt, dass keine Augenirritation vorliegt, sondern ein
unwillkürlicher Lidschluss das Problem ist. Autofahren, Lesen und
Sonnenexposition verschlimmern die Symptome.
Unspezifische Augenirritation
Normale Augen, anomale Umgebung. Eine Augenirritation als
Reaktion auf Rauch wäre ein typisches Beispiel.
Normale Augen und Hypochondrie
Dieses Krankheitsbild tritt selten auf. Eine sorgfältig erhobene
Anamnese, die mit den Untersuchungsergebnissen nicht übereinstimmt,
kann der erste Hinweis sein.
|
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